„Mir“ oder „mich“? „Dem“ oder „den“? Die vier Fälle begleiten uns in jedem Satz, auch wenn wir sie meist unbewusst richtig verwenden. In Klasse 4 und 5 lernen Kinder, sie bewusst zu bestimmen – eine Fähigkeit, die beim Schreiben und später beim Fremdsprachenlernen hilft.
Man bestimmt den Fall, indem man mit dem Verb des Satzes nach dem Nomen fragt. Beispiel: „Die Lehrerin gibt dem Schüler ein Buch.“ Wem gibt die Lehrerin ein Buch? Dem Schüler – Dativ. Wen oder was gibt sie? Ein Buch – Akkusativ. Wer gibt? Die Lehrerin – Nominativ.
Die Artikel verändern sich mit dem Fall. Beim männlichen Nomen: der (Nominativ), des (Genitiv), dem (Dativ), den (Akkusativ). Beim weiblichen Nomen: die, der, der, die. Beim sächlichen Nomen: das, des, dem, das. Diese Tabelle muss nicht auswendig gelernt werden, aber sie hilft beim Kontrollieren.
Viele Präpositionen verlangen einen bestimmten Fall: mit, nach, bei, von, zu stehen mit Dativ („mit dem Rad“), durch, für, gegen, ohne, um mit Akkusativ („für den Freund“). Einige Präpositionen wie in, auf, an können beides: „Ich bin in der Schule“ (Wo? Dativ) und „Ich gehe in die Schule“ (Wohin? Akkusativ).
Im Alltag wird der Genitiv oft durch „von“ ersetzt: „das Auto von Papa“ statt „Papas Auto“. In geschriebener Sprache und nach bestimmten Präpositionen (wegen, trotz, während) bleibt er aber wichtig: „wegen des Regens“.
Wer Latein, Russisch oder Griechisch lernt, trifft dort auf noch mehr Fälle – und profitiert enorm davon, das Prinzip im Deutschen verstanden zu haben. Auch im Deutschunterricht der weiterführenden Schule, etwa bei Satzgliedern und Kommasetzung, werden die Fälle vorausgesetzt.
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