Klimadiagramme gehören zu den wichtigsten Werkzeugen im Erdkundeunterricht. Auf kleinem Raum zeigen sie, wie warm und wie feucht es an einem Ort im Laufe eines Jahres ist. Wer sie lesen kann, kann Klimazonen erkennen, Vegetation erklären und Landwirtschaft verstehen. In Klassenarbeiten und im Abitur ist die Auswertung ein Standardaufgabe.
Ein Klimadiagramm nach Walter und Lieth zeigt auf der x-Achse die Monate. Die rote Kurve ist die Temperatur (linke Achse, °C), die blauen Säulen sind die Niederschläge (rechte Achse, mm). Oben stehen Name der Station, Lage im Gradnetz, Höhe über dem Meeresspiegel sowie Jahresmitteltemperatur und Jahresniederschlag.
Die Achsen sind so skaliert, dass 10 °C auf der Temperaturachse 20 mm auf der Niederschlagsachse entsprechen. Das ist kein Zufall: So lässt sich direkt ablesen, ob ein Monat humid (feucht) oder arid (trocken) ist. Liegt die Niederschlagssäule über der Temperaturkurve, ist der Monat humid. Liegt sie darunter, ist er arid – dann verdunstet mehr Wasser, als fällt.
Wo liegt die Station? Kontinent, Land, Lage im Gradnetz (z. B. 3° S / 60° W), Höhe, Nähe zum Meer. Die Lage liefert erste Hinweise: Nahe am Äquator ist es meist ganzjährig warm, im Inneren großer Kontinente sind die Temperaturschwankungen groß.
Jahresmitteltemperatur, wärmster und kältester Monat, Jahresschwankung (Differenz zwischen beiden). Beispiel: „Die Jahresmitteltemperatur beträgt 27 °C, die Werte schwanken nur zwischen 26 und 28 °C.“
Jahresniederschlag, niederschlagsreichster und -ärmster Monat, Verteilung übers Jahr. Gibt es Regen- und Trockenzeiten?
Mit dem Maßstab 10 °C = 20 mm: In welchen Monaten liegt die Säule über der Kurve (humid), in welchen darunter (arid)? Beispiel: Im Juli beträgt die Temperatur 30 °C und der Niederschlag 20 mm. 30 °C entsprechen 60 mm – der Niederschlag liegt deutlich darunter, der Monat ist arid.
Zum Schluss wird die Station einer Klimazone zugeordnet und das Klima erklärt: Warum regnet es in Manaus das ganze Jahr? Weil die Station in der innertropischen Konvergenzzone liegt, wo aufsteigende warme Luft täglich Gewitter auslöst. Warum ist es in Kairo so trocken? Weil dort im subtropischen Hochdruckgürtel absinkende Luft Wolkenbildung verhindert.
Ist es im Juli am kältesten, liegt die Station auf der Südhalbkugel – dort ist dann Winter. Das ist ein schneller Test, der oft übersehen wird.
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