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Bildergeschichte schreiben: Aufbau, Tipps und Formulierungshilfen für die Grundschule

Bildergeschichten sind in der Grundschule ein Klassiker. Vier bis sechs Bilder erzählen eine Handlung, und die Kinder sollen daraus eine Geschichte machen. Was einfach klingt, ist eine anspruchsvolle Aufgabe: Aus Bildern muss ein zusammenhängender, spannender Text werden – mit Gefühlen, Gedanken und einer klaren Reihenfolge.

Schritt 1: Die Bilder genau ansehen

Bevor geschrieben wird, sollten alle Bilder genau betrachtet werden: Wer ist zu sehen? Wo spielt die Geschichte? Was passiert auf jedem Bild? Was verändert sich von Bild zu Bild? Hilfreich ist, zu jedem Bild ein paar Stichwörter zu notieren.

Schritt 2: Den Aufbau planen

  • Einleitung: Wer, wo, wann? „An einem sonnigen Samstag ging Tim mit seinem Hund Bello in den Park.“
  • Hauptteil: Die Handlung wird Schritt für Schritt erzählt, die Spannung steigt bis zum Höhepunkt.
  • Schluss: Wie geht es aus? Wie fühlen sich die Figuren? „Erleichtert drückte Tim seinen Hund an sich.“

Schritt 3: Lebendig erzählen

Eine gute Geschichte ist mehr als eine Bildbeschreibung. Diese Mittel machen sie lebendig:

  • Treffende Verben: statt „gehen“ – rennen, schleichen, stolpern, schlendern.
  • Adjektive: „der zottelige, braune Hund“ statt „der Hund“.
  • Wörtliche Rede: „Bello, komm zurück!“, rief Tim verzweifelt.
  • Gefühle und Gedanken: Tims Herz klopfte wie wild. Wo war Bello nur?

Schritt 4: Abwechslungsreiche Satzanfänge

Ein häufiges Problem: Jeder Satz beginnt mit „Dann“ oder „Und dann“. Alternativen sind: Danach, Plötzlich, Kurz darauf, Auf einmal, Zum Glück, Am Ende. Auch das Umstellen von Satzgliedern hilft: „Im Park traf Tim seine Freundin“ statt „Tim traf im Park seine Freundin“.

Schritt 5: Die richtige Zeitform

Geschichten werden im Präteritum erzählt: Tim ging, Bello rannte, sie suchten. Wörtliche Rede steht dagegen oft im Präsens: „Ich finde ihn nicht!“ Viele Kinder wechseln versehentlich ins Präsens – hier lohnt ein Blick bei der Überarbeitung.

Schritt 6: Überarbeiten mit Checkliste

  • Hat meine Geschichte eine Überschrift, die neugierig macht?
  • Gibt es Einleitung, Hauptteil und Schluss?
  • Habe ich wörtliche Rede verwendet?
  • Beginnen meine Sätze unterschiedlich?
  • Habe ich durchgehend im Präteritum geschrieben?

Tipps für Eltern

Statt den Text zu korrigieren, lieber Fragen stellen: Wie hat sich Tim gefühlt? Was hat er gedacht? Was könnte man statt „ging“ schreiben? Und: Die Geschichte laut vorlesen lassen. Dabei fallen fehlende Wörter und holprige Sätze oft von selbst auf.

Zum Ausprobieren mit deinem Kind

  1. Ersetze „ging“ durch ein treffenderes Verb: „Tim ging schnell nach Hause.“ – Lösung: z. B. „Tim rannte nach Hause.“
  2. Formuliere einen spannenden Satzanfang statt „Dann“. – Lösung: z. B. „Plötzlich …“, „Kurz darauf …“, „Auf einmal …“
  3. Setze ins Präteritum: „Bello bellt laut.“ – Lösung: „Bello bellte laut.“
  4. Schreibe als wörtliche Rede: Tim ruft, dass Bello kommen soll. – Lösung: „Bello, komm her!“, rief Tim.

Übungsblätter zu diesem Thema

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie lang sollte eine Bildergeschichte sein?
Das hängt von der Klassenstufe ab. In Klasse 2 reichen oft 8 bis 10 Sätze, in Klasse 4 kann es eine ganze Seite sein.
Muss jedes Bild einen eigenen Absatz bekommen?
Nicht unbedingt. Wichtig ist, dass die Handlung in der richtigen Reihenfolge erzählt wird und ein Spannungsbogen entsteht.
Welche Zeitform ist richtig?
Das Präteritum: Tim ging, Bello bellte. In der wörtlichen Rede kann auch das Präsens stehen.

Alle Übungsblätter nach Fach und Klasse findest du in der Übersicht.

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