Wenn du deine Hand von einer heißen Herdplatte wegziehst, geschieht das in Sekundenbruchteilen. Möglich machen das elektrische Signale in den Nervenzellen: Aktionspotenziale. Sie sind eines der Kernthemen der Neurobiologie in der Oberstufe und werden fast immer anhand eines Diagramms geprüft.
Eine Nervenzelle in Ruhe ist innen negativ geladen gegenüber außen – die Spannung beträgt etwa –70 mV. Dieses Ruhepotenzial entsteht durch eine ungleiche Verteilung von Ionen: Innen sind viele Kalium-Ionen (K⁺) und negativ geladene Proteine, außen viele Natrium-Ionen (Na⁺) und Chlorid-Ionen (Cl⁻). In Ruhe sind vor allem Kaliumkanäle geöffnet. K⁺ strömt entlang seines Konzentrationsgefälles nach außen, bis die entstehende Spannung den weiteren Ausstrom bremst. Die Natrium-Kalium-Pumpe hält die Konzentrationsunterschiede unter Energieverbrauch (ATP) aufrecht.
Das gesamte Aktionspotenzial dauert nur etwa 1–2 Millisekunden.
Ein Aktionspotenzial wird entweder vollständig ausgelöst oder gar nicht. Seine Höhe hängt nicht von der Reizstärke ab. Die Stärke eines Reizes wird stattdessen über die Frequenz codiert: Ein starker Reiz löst mehr Aktionspotenziale pro Sekunde aus.
Direkt nach einem Aktionspotenzial kann kein neues ausgelöst werden (absolute Refraktärzeit), weil die Natriumkanäle inaktiviert sind. Danach ist ein stärkerer Reiz nötig (relative Refraktärzeit). Die Refraktärzeit sorgt dafür, dass sich die Erregung nur in eine Richtung ausbreitet.
An marklosen Axonen wandert das Aktionspotenzial kontinuierlich entlang der Membran – relativ langsam. An markhaltigen Axonen sind die Axone von einer isolierenden Myelinscheide umgeben, die an den Ranvierschen Schnürringen unterbrochen ist. Das Aktionspotenzial „springt“ von Schnürring zu Schnürring (saltatorische Erregungsleitung) – bis zu 100 m/s schnell.
In Prüfungen wird oft ein Spannungs-Zeit-Diagramm vorgelegt. Wichtig ist, jeden Abschnitt der Kurve einem Vorgang an den Ionenkanälen zuzuordnen: Anstieg = Na⁺-Einstrom, Abfall = K⁺-Ausstrom, Unterschwingen = verzögertes Schließen der K⁺-Kanäle.
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